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Medienbericht

9. September 2018 

Ist das Leben also doch eine Glückssache?

- Neue Zürcher Zeitung -

Ein lauter und ein stiller Abend nähern sich zur Saisoneröffnung am Luzerner Theater mutig dem Thema Tod. Doch nur die ungewöhnliche szenische Adaption von Gustav Mahlers «Kindertotenliedern» durch Benedikt von Peter überzeugt.

Der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien, so besagt eine Theorie, die Ende des 20. Jahrhunderts Popularität erlangte, könne einen Orkan in Texas auslösen. Alles hänge also mit allem zusammen, nur wüssten wir nicht, wie. Ganz ähnlich ist es bei der Oper «Im Amt für Todesangelegenheiten», mit der das Luzerner Theater in Kooperation mit dem Lucerne Festival und dem Theater Winterthur seine neue Spielzeit eröffnet.

Dafür hat Márton Ágh im Stammhaus an der Reuss eine zweigeschossige Bühne gebaut. Während oben der formidable Chor des Luzerner Theaters im titelgebenden Amt zu süffigen Minimal-Klängen die Register der Todgeweihten durchgeht, findet unten in der liebevoll eingerichteten U-Bahn-Station das zunächst noch pralle Leben statt. Es treten auf: ein selbstmitleidiger Coiffeur (Robert Maszl), eine verhinderte Sängerin (Diana Schnürpel), ein gescheiterter Schauspieler (Vuyani Mlinde), eine hilflose Weltretterin (Sofia Elena Borsani). Sie alle werden den ersten Akt nicht überleben. Sie feiern jedoch nach der Pause aufgrund eines Kurzschlusses im Amt unverhoffte Auferstehung: erst als falsch programmierte Zombies, dann mit ihren ureigenen, nun freilich übersteigerten Sehnsüchten. Es gibt also eine zweite Chance, aber ist diese wirklich besser als die erste, wenn etwa die singende Reinigungskraft zur Toilettenprinzessin (Kostüme: Fruzsina Nagy) mutiert?

 

Leibzentriert

Dies alles geschieht zur zugänglichen Musik von Klaus von Heydenaber, der für seine erste abendfüllende Oper das Museum der klassischen Musikgeschichte hemmungslos plündert und dabei seinen Jazz-Hintergrund nicht verhehlt. Das auf Filmmusik spezialisierte 21st Century Orchestra, dem die Musik auf den Leib geschneidert ist, realisiert die eklektische Partitur unter der Leitung von William Kelley spritzig und mit viel Sinn für den ihr innewohnenden musikalischen Humor. Der Regisseur Viktor Bodó setzt mangels eines kohärenten Librettos auf die körperliche Präsenz des Ensembles, das mit Lust und Verve agiert. Als Persiflage auf leeres Operngehabe ist das zumindest in Teilen durchaus gelungen, doch fehlt es der Inszenierung letztlich an Tempo und schrillem Dreh, um für das neuerfundene Genre «Slapstick-Oper» überzeugend einzustehen. Dass Lukas (Lukas Darnstädt), der Vermittler zwischen den Welten, kurz vor Ende der Oper in einer Meditation über die Unwägbarkeiten des Systems und die schmetterlingsförmige Flugbahn des Zufalls die Handlung in groben Zügen resümieren muss, offenbart die dramaturgischen Schwächen der Produktion.

Auch der Luzerner Intendant selbst, Benedikt von Peter, verfolgt bei der zweiten Musiktheaterproduktion des Eröffnungswochenendes einen leibzentrierten Ansatz. Doch in der hölzernen Box zwischen Theater und Jesuitenkirche gelingt ihm mit den «Kindertotenliedern» ein stiller Kontrapunkt, der um einiges länger nachhallt als von Heydenabers Oper. Rund um Gustav Mahlers gleichnamigen Zyklus erzählt er mit knappen Gesten und mithilfe des englischen Klangkünstlers Matthew Herbert die Geschichte eines Elternpaares am «Tag, an dem sie einen Sarg kaufen gingen».

Damit das Publikum diesen gleich zu Beginn an die Wand projizierten Satz erst einmal verdauen kann, verzichtet von Peter die erste Viertelstunde lang auf szenische Bewegung. Einzig eine Kerze in der Mitte des Raumes erhellt die am Boden liegenden Eltern, während sich Herberts Tonspur suggestiv ins Ohr frisst. Sie nimmt Alltagsgeräusche auf eine äusserst musikalische Weise auf, so dass sich Mahlers Lieder (in der Kammermusikfassung von Rainer Riehn) organisch in sie einbetten. Mit minimalem (bühnen)technischem Aufwand gelingt dem Produktionsteam in der Folge eine theatralische «arte povera», die Sinnlichkeit und Gedankentiefe zwanglos zusammenbringt und die Menschen und ihr Musizieren ins Zentrum stellt.

So kann der warme Bariton von Jason Cox aus der Nähe auch mächtig dröhnen, und Sarah Alexandra Hudarews gewichtiger Mezzosopran findet feine Schattierungen des Schmerzes. Das Dutzend Musikerinnen und Musiker des Luzerner Sinfonieorchesters agiert unter der Leitung von Clemens Heil hochkonzentriert und schwingt sich im ruhigen Abgesang des letzten Liedes zu inniger Schönheit auf. Bereits vorher dringen in Herberts Klangspur wieder Kinderlachen und Amselsang ein, wie es hier im kurzen Flötensolo zum Ausdruck kommt.

 

Intensive Stunde

Zu den grossen Qualitäten des Abends gehört neben dem umhüllenden Klangraum die stille Präsenz der Körper, seien es jene der Mitglieder des Orchesters, die sich ruhig und behutsam einen Weg durch das im ganzen Raum verstreute Publikum bahnen, um wechselnde Spielpositionen einzunehmen – oder diejenigen von Sängerin und Sänger, die mit minimaler Gestik Entfremdung und Verarbeitungsversuche schmerzlich erfahrbar machen. Und schliesslich der Kinderdarsteller Fionn Berchtold: Vor der Vorstellung streunert er um die Box und gibt per Megafon nuschelnd Anweisungen für das richtige Verhalten im abgedunkelten Theaterraum. Er zeigt am Schluss der intensiven Stunde, als man ihn längst vergessen hat, dass künftigem Glück manchmal mit drastischen Mitteln zum Durchbruch verholfen werden muss, denn: «Der Tag ist schön!», wie es in einem der Mahler-Lieder heisst.

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