21st Century Orchestra
Salto in den Tod
Medienbericht / 19. September 2019Der Bund

Salto in den Tod

Das Luzerner Theater und das Theater Winterthur wagen den Versuch einer «Slapstick-Oper». Man taucht mit dem jungen Komponisten Klaus von Heydenaber in eine U-Bahn-Station ab.

Die Kombination der Wörter «U-Bahn», «Tod» und «Slapstick» bringt einen fast automatisch auf die Idee, dass da jemand auf dem Perron steht, fällt und vom Zug erfasst wird. Und so ist es auch in der «Slapstick-Oper» des deutschen Komponisten Klaus von Heydenaber (Jahrgang 1982), die in einer Metrostation angesiedelt ist: Ein Mann mit tiefer, sonorer Stimme und Feuerwehrmontur (Vuyani Mlinde) spielt den Helden, stürzt, stirbt. Den Zug kann man zwar nicht sehen, aber deutlich hören.

Den anderen Figuren ergehts kaum besser: Sofia, die naive Weltverbesserin, stirbt an einem Stromschlag; Robert, der selbstmitleidige Coiffeur, rammt sich eine Schere in den Bauch; Diana, die Toilettendame, die gerne Opernsängerin werden möchte, bringt mit ihrem Gesang Gläser zum Bersten und führt in der höchsten Lage ihren eigenen Erstickungstod herbei: ein Highlight der Sopranistin Diana Schnürpel.

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