21st Century Orchestra
21st Century Orchestra strahlt in der Ark Nova in Richtung KKL
Medienbericht / 15. September 2025Luzerner Zeitung

21st Century Orchestra strahlt in der Ark Nova in Richtung KKL

Einheimisches hat es im Hauptprogramm des Lucerne Festivals nicht einfach. Doch das Luzerner Filmmusik-Orchester empfiehlt sich in der Ark Nova mit Brillanz.

Antichambrieren nennt man das Warten im Vorzimmer der Macht– um ein Anliegen zu deponieren. Oder im Fall des 21st Century Orchestra, sich für Höheres zu empfehlen. Das mit Live-Musik von Topfilmen erfolgreiche Orchester mit Luzerner Wurzeln hat’s bis heute nicht ins offizielle KKL-Programm von Lucerne Festival geschafft – jenes «Höhere», das über die künstlerische Weihe befindet.

Die Ironie der Sache: Das Haus am Europlatz ist eigentlich die Heimstätte des Orchesters. Stattdessen darf man im aufblasbaren Vorzimmer Platz nehmen: in der Ark Nova im Lido, jener speziellen, mobilen Konzerthalle mit der – wir bleiben am letzten Tag des Festivals versöhnlich – «originellen» Akustik und dem tropischen Innenklima.

Ikonische Ohrwürmer
Trotz dieser speziellen Rahmenbedingungen brillierte das 21st Century Orchestra in kleinerer «Salon»-Besetzung mit zehn Musizierenden an diesem Sonntag. Die ausgewählten Filmtitel: «The Godfather», «La Vita è bella», «Schindler’s List» und «E.T.». Gespielt wird jeweils der ikonische Ohrwurm des Streifens–mit einer Ausnahme: Bei Steven Spielbergs Drama über die Rettung von Juden im Zweiten Weltkrieg erklingt nicht das bekannte Hauptthema, sondern das beklemmendschöne «Remembrances».

Und ja, liebe Programmverantwortliche des Lucerne Festival: Der technische Level, die interpretatorische Empathie und der Charme dieser Musikerinnen und Musiker qualifizieren das Ensemble ohne Vorbehalt für einen Abend im Jean- Nouvel-Bau. Hochstehendes, einheimisches Schaffen im Programm wäre kein Nachteil – und eine treue Luzerner Fangemeinde für ein volles Haus gibt’s als Bonus dazu.

[…] Diese Zeitung wagt eine Behauptung: Das Antichambrieren wird nicht ewig dauern.

© Andréas Härry

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