21st Century Orchestra
Der «ganze Emil» auf der Bühne
Medienbericht / 17. September 2021Luzerner Zeitung

Der «ganze Emil» auf der Bühne

Das 21st Century Orchestra unter Ludwig Wicki eröffnet die KKL-Saison mit Emil und Filmmusik.

Urs Mattenberger

«Mit Emil habe ich man ganzes Leben verbracht», sagt Ludwig Wicki, Dirigent des 21st Century Orchestra. Schon als Jugendlicher besuchte er dessen Kabarettprogramme. Als Dirigent des Blasorchesters Stadtmusik Luzern holte er ihn erstmals mit auf die Bühne. Später setzte er diese Zusammenarbeit mit dem 21st Century Orchestra fort. Und heute und morgen Abend ist es wieder so weit. Das 21st Century Orchestra eröffnet die erste Saison des KKL nach dem Lockdown wiederum mit Emil Steinberger. Unter dem Motto «Scherzando» erzählt die Kabarett-Legende Emil pointiert aus seinem Leben, spielt Sketches und führt durch das Programm. Dazu spielt das Orchester Filmmusik aus bekannten Hollywood-Filmen: Ein Programm also, das ein ausverkauftes Haus erwarten liesse. Aber die coronabedingte Zurückhaltung des Publikums macht sich, wie bei allen Veranstaltungen im KKL, auch hier bemerkbar. Für beide Konzerte sind noch Tickets verfügbar.

Hollywood trifft auf Schweizer Humor
Emil Steinberger ist heute 88 Jahre alt und damit die Auswahl an Texten und Sketches viel breiter. Welcher Emil kommt in «Scherzando» auf die Bühne? «Bei uns kann man von den frühen ‹Bauernregeln› an den ganzen Emil erleben», sagt Wicki, der das Programm mit dem Kabarettisten zusammengestellt hat: «Ich habe viele Texte und Sketches von ihm durchgeschaut und mir dazu passende Filmmusik gesucht.» Darunter finden sich Blockbuster wie «James Bond», «Star Trek» oder «E.T.» – wie passt solches Hollywood-Kino zum urschweizerischen Emil-Humor? «Jede Filmmusik hat einen Bezug zu den Texten», sagt Wicki: «Die Musik zum James-Bond-Streifen ‹Goldfinger› erklingt zum Beispiel, wenn Emil von seiner Begegnung mit Gert Fröbe erzählt.» Wo Emil sich mit der Schreibmaschine herumschlägt, kommt «Typewriter», zur Pöstlernummer kommt «Il postino» zum Zug, für eine Klavierlehrerin steht das Klavier-Solo aus «Forrest Gump». «Wo Emil auf Tonbändern nach Tönen sucht, hatte ich freie Wahl», lacht Wicki, «da spielen wir Ennio Morricone.»

Ein Saison-Highlight: «Sissi» als musikalische Fundgrube 
Die Filmvorführungen mit Livemusik des 21st Century Orchestra beginnen am 19. November mit Charlie Chaplins «Goldrush» in der Kirche Bruder Klaus in Emmenbrücke und umfassen weitere Folgen von «Star Wars» und «Harry Potter» oder den Weihnachtsfilm «Drei Nüsse für Aschenbrödel». Die Premiere von «The Da Vinci Code», die Corona zum Opfer fiel, sucht man vergebens. «Welche Filme wir als Nächstes zeigen müssen, hängt von den Lizenzen ab», erklärt der Dirigent und verweist auf ein Highlight, das am 5. Februar Schweizer Premiere hat: «Der Originalfilm ‹Sissi› erwies sich als musikalische Fundgrube von der Feuerwerks- bis zu Volksmusik. Dafür holen wir zusätzliche Musiker auf die Bühne.»

Hinweis
Scherzando: Donnerstag & Freitag, 16. & 17. September, 19.30, Konzertsaal KKL
www.kkl-luzern.ch

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