21st Century Orchestra
Epische Anime-Musik im KKL
Medienbericht / 7. Dezember 2025OutNow

Epische Anime-Musik im KKL

Im Luzerner KKL spielte das 21st Century Orchestra Stücke aus den Soundtracks von Anime-Hits wie «Spirited Away», «Demon Slayer» und «Naruto». Wir waren live dabei und berichten vom Musikevent.

Anime-Filme und -Serien haben nicht nur tolle Bilder und gute Geschichten zu bieten, sondern auch epische, fetzige und emotionale Musik. Unter der Leitung von Dirigent Ludwig Wicki haben das 21st Century Orchestra und der 21st Century Chorus über zwei Dutzend Stücke aus den unterschiedlichsten Anime zum Besten gegeben.

Eröffnet wurde der Abend mit einer Orchester-Version des One-Piece-Intro «We Are!» von Kohei Tanaka und «Sparkle» vom Your-Name. Danach hat Wicki das Publikum begrüsst und musste gestehen, dass er sich vor der Auseinandersetzung mit dem Programm überhaupt nicht mit Anime auskannte. Dann habe er Mein Nachbar Totoro von Hayao Miyazaki geschaut und könne diesen also wärmstens empfehlen. Sehr sympatisch, wie Herr Wicki dies machte.

Daraufhin spielte das Orchester drei Tracks aus JoJo’s Bizarre Adventure und schloss den Block mit «Il Vento d’Oro» (Giorno’s Theme) ab, das hervorragend auf diesen Klangkörper abgestimmt wurde. Mit einigen Melodien aus Neon Genesis Evangelion, darunter eine wunderschöne Version des Openings «Cruel Angel’s Thesis» sowie das Engel-Thema «Decisive Battle», wurden dann auch die etwas älteren Anime-Fans prima abgeholt. Fun Fact: Hideaki Anno, der Schöpfer von Evangelion, verwendete den Track «Decisive Battle» auch in seinem Monster-Film Shin Godzilla.

Nach einem Abstecher zu Bleach folgten vier Stücke für Fans von Naruto. Die Melodien aus den Federn von Toshio Masuda und Yasuharu Takanashi bewegten aber auch mich als Unwissenden. Mit dem Hauptthema der ersten Naruto-Serie verabschiedeten sich die Musikerinnen und Musiker in die Pause.

Die zweite Hälfte gehörte grösstenteils dem berühmten Studio Ghibli, das fast ausschliesslich mit dem brillanten Joe Hisaishi arbeitet. Begonnen wurde mit «My Neighbour Totoro» aus, nunja, Mein Nachbar Totoro und nach einem Exkurs in die Welt von Attack on Titan folgten gar vier absolut fantastische Stücke aus vier Hayao-Miyazaki-Filmen. Die Melodien zu «One Summer Day» aus Spirited Away oder «A Walk in the Skies» aus Howl’s Moving Castle haben sich einmal mehr ins Gedächtnis gebohrt. Der offizielle Abschluss war das Thema von Rengoku Kyojuro aus Demon Slayer. Zwei Zugaben hatte das Orchester noch im Köcher: «Attack on Titan» aus Attack on Titan sowie – wieder was für die Älteren – «Cha-La Head-Cha-La», das Intro von Dragon Ball Z, das auch bei mir – einem etwas Jüngeren – Erinnerungen weckte. Obwohl freilich «Du wirst unbesiegbar sein» noch etwas tiefer gesessen hätte.

Mit den gespielten Stücken zeigte das Orchester, wie vielseitig Anime-Musik sein kann. Fetzig-poppige Songs wie «We Are!» aus One Piece, sanfte Piano- und Streicherstücke wie «Grief and Sorrow» aus Naruto oder klassische Orchesterstücke wie «A Town with an Ocean View» aus Kiki’s Delivery Service – sie alle machen die vielfältige Welt der Anime sicht- und in diesem Fall hörbar.

© Nicolas Nater

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