Das 21st Century Orchestra mit seinem Dirigenten Ludwig Wicki spielt vor fast ausverkauftem Haus die Luzerner Premiere von «Der Gefangene von Askaban».
Fünf Jahre mussten sie warten, die Fans, bis die Fortsetzung von «Harry Potter und die Kammer des Schreckens» ihren Weg ins KKL fand. Am Freitagabend ist es so weit. Das 21st Century Orchestra mit seinem Dirigenten Ludwig Wicki spielt vor fast ausverkauftem Haus die Luzerner Premiere von «Der Gefangene von Askaban». Und was für eine. Auch punkto Musik gilt er vielen als der Beste der ganzen Potter-Reihe. Und es ist der letzte Film daraus, für den der grosse John Williams – aus «Termingründen», wie er es selbst erklärte – die Musik komponierte.
Auch auf Wunsch von Regisseur Alfonso Cuarón strich Williams die meisten Motive der ersten Filme. Darunter prägende Melodien zu Harry und zur Hogwarts-Schule. Doch der Ersatz hat es in sich. Etwa das witzige «Double Trouble» – vom Chor energiereich intoniert – oder das bahnbrechende «A Window To The Past». Ein Meisterstück, das die innere Suche Harrys begleitet.
In den ersten Teilen setzte der Komponist noch auf eine Art spätromantische Orchestermusik. In «Der Gefangene von Askaban» wird der Ton düsterer, die Stilvielfalt breiter. In der verrückten Nachtbusszene etwa ist es eine Mischung aus Bebop und Swingelementen, die – gepaart mit dem irrwitzigen Tempo und den Akzentuierungen des 21st Orchestras – der Handlung einen ganz neuen Schub verleiht. Auch die flimmernde Moderne für den «Patronus»-Zauber oder die mittelalterliche Hofmusik bei den Geisterszenen auf Hogwarts geben dem Film raffinierte Zusatzebenen. Kein Wunder wurde der Soundtrack für den Oscar und den Grammy nominiert.
Explodierende Höhepunkte
Die neue Empfindsamkeit und Intensität lässt sich beim Konzert des 21st Century Orchestra hautnah erleben. Die Abmischung ist auf die Musik fokussiert und ermöglicht teils völlig frische, intensive Erlebnisse.
Grossartig ist, wie die Perkussionsinstrumente den Hufen des Hippogreifs Seidenschnabel zusätzlichen Schub verleihen. Aufsteigenden Streicher und Bläsersätze begleiten das Abheben des Pferdvogels. Die in rascher Folge flatternden Tonarten und der Flug über den offenen See befeuern die Erregung. Eine wuchtige Steigerung, hin zum grossen Moment, wo Harry Potter überglücklich seine Arme streckt. Sein kurzer Flirt mit der Freiheit ist mit hoffnungsfroher Musik unterlegt.
Unter dem genauen, sensiblen Dirigat von Ludwig Wicki und mit grosser Lust gespielt, entfalten solche Stellen einen tiefen Sog. Vor allem der zweite Teil – es gibt kaum eine musikalische Pause – erhält eine neue, grosse Kraft. Der wilde Quidditch-Match, die verhinderte Köpfung, der Kampf der Wolfsmenschen und vor allem der Moment, wo Harry mit seinem Licht die Dementoren in die Flucht schlägt und sich selber rettet: So gespielt wird der Film zum grossen Live-Erlebnis..


















































































