Claudia Kienzler – Viola

Claudia Kienzler ist von ganz links aussen nach Mitte rechts gerutscht. Ihr Debüt beim 21st Century Symphony Orchestra gab sie 2004 als Violinistin, „wobei mein Lieblingsplatz im Orchester jener ganz links aussen war. Von dort aus hatte man so schön das Orchester im Blickfeld“, erinnert sich Kienzler. Bis 2010 spielte sie 1. und 2. Violine. Dann wechselte Kienzler ins Viola-Register (Bratschen), wobei sie nun die stellvertretende Stimmführerin-Position innehat und somit in der rechten Orchesterhälfte in unmittelbarer Nähe zum Dirigenten sitzt. Kienzler: „Mich begeistert die verbindende Funktion, die der Bratsche zwischen den Geigen und den Celli zukommt. Zudem fallen auf unsere Stimmen in der Filmmusik oftmals die eigentlichen Themen, was das Bratschenspiel zusätzlich sehr interessant macht.“ Die Viola sei ein sehr charaktervolles Instrument, das in Klang und Lage der menschlichen Stimme nahe ist. Dabei sei dieses Instrument eigentlich ein Kompromiss, sagt Kienzler schmunzelnd. „Die Bratsche müsste halb so gross sein wie ein Cello, womit sie jedoch nicht spielbar wäre. Also hat man sie auf eine kleinere Grösse „gequetscht“. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit muss ich die Bratsche länger einspielen, bis sie die Töne wunschgemäss erklingen lässt. Sie spielt sich jeden Tag ein bisschen anders.“

Claudia Kienzler begann bereits im zarten Alter von 4 Jahren das Violinspiel zu erlernen. Ab dem 12. Lebensjahr begeisterte sie sich zudem zusehends für die Bratsche. An der «Hochschule Luzern – Musik» machte sie den Master in Pädagogik und Performance in Violine und Viola u.a. bei Daniel Dodds, der sie vor zehn Jahren auch anfragte, ob sie im 21st Century Orchestra spielen möchte. Zudem besuchte Kienzler ein Studium in Kammermusik beim Alban Berg Quartett an der Hochschule für Musik Köln. Wenn sie nicht im Ensemble Montaigne, im 21st Century Orchestra, in der Camerata Musica Luzern oder im Arosa Festival Orchester spielt, komponiert sie selbst zeitgenössische Musik, doziert an der «Hochschule Luzern – Musik» in Fachdidaktik Violine/Viola, betreibt die eigene Radiosendung STOFF (SO21, Radio Lora Zürich) oder geht in der Bergwelt wandern sowie skifahren und -lehren. Zudem gibt sie Privatunterricht und führt die Geschäfte der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) Zentralschweiz. Kienzler: „Ich liebe die Vielfalt. Kammermusik und Sinfonieorchester, klassische, zeitgenössische und improvisierte Musik, Geige und Bratsche, die Berge und die Natur geniessen, Komponieren und Proben.“

3 Fragen  – 3 Antworten

Hast Du einen bevorzugten Filmkomponisten?
John Williams schreibt unglaubliche Filmmusik. So reichhaltig und technisch komplex. Seine Musik ist eine befriedigende Herausforderung. Ich mag jedoch auch Howard Shore und Michael Giacchino sehr, die mit viel weniger Tönen extrem viel Stimmung erzeugen können.

STOFF ist Deine eigene Radiosendung. Was kriegt man dort zu hören?
Meistens lasse ich gelungene Aufzeichnungen von Konzerten oder Jamsessions laufen, an denen ich gespielt habe. Oder ich präsentiere meine eigenen Kompositionen. Die Sendung geht ca. alle sechs Wochen über den Äther.

Hast Du ein Wunschprojekt?
Ich würde sehr gerne Mal einen Konzertabend mit der Musik von Erich Wolfgang Korngold spielen.

Foto: Daniela Kienzler (www.danielakienzler.ch)
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«Mich begeistert die verbindende Funktion, die der Bratsche zwischen den Geigen und den Celli zukommt. Zudem fallen auf unsere Stimmen in der Filmmusik oftmals die eigentlichen Themen, was das Bratschenspiel zusätzlich sehr interessant macht.»

- Claudia Kienzler
, Dezember 2014
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